Karfreitag, 30. März 2018, 15 Uhr

Johann Sebastian Bach

Actus tragicus
Markus Passion, Fragment

Aufführung in der Andacht "Musik zur Todesstunde Jesu"


Friederike Weritz, Sopran      
Ann Juliette Schindewolf, Alt            mehr
Jörg Erler, Tenor                 
Michael Jäckel, Bass          

Orchesterunion Hannover    
Kantorei Herrenhausen
Leitung: Martin Ehlbeck
Pastor Koeritz

Eintritt frei, Spenden erbeten



Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit, auch bekannt unter dem Namen Actus tragicus, ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Das Werk ist eine der frühesten Bachkantaten überhaupt. Wahrscheinlich ist sie 1707 oder 1708 in Mühlhausen als Trauerkantate entstanden. Der Text besteht aus verschiedenen Bibelworten des Alten und Neuen Testaments, sowie einzelnen Liedstrophen alter Kirchenlieder, die allesamt auf die Endlichkeit und das Sterben Bezug nehmen. Dabei lassen sich zwei Teile klar unterscheiden: Der im ersten Teil dargestellten Sicht des Alten Testaments auf das Sterbethema stellt der zweite Teil die Sicht des Neuen Testaments gegenüber; die Ablösung des alten durch den neuen Bund bestimmt den symmetrischen Aufbau der Kantate. Die Kantate des zum Entstehungszeitpunkt wahrscheinlich erst 22-jährigen Komponisten zählt zu seinen bedeutendsten Kompositionen, ein Geniewerk, wie es auch großen Meistern nur selten gelingt.

Die Markus-Passion ist eine oratorische Passion von Bach, die das Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Evangelium nach Markus zum Thema hat. Während das Libretto vollständig erhalten ist, ist die Musik verschollen, im Gegensatz zur vollständig erhaltenen Matthäus-Passion und Johannes-Passion. Die Markus-Passion wurde am Karfreitag am 1731 in Leipzig uraufgeführt. Obwohl die Musik verschollen ist, kann das Werk durch das vollständig erhaltene Libretto bis zu einem gewissen Grade rekonstruiert werden. Denn im Gegensatz zu den beiden anderen authentischen erhaltenen Passionen war die Markus-Passion wohl eine Parodie, d. h., Bach verwendete Sätze von bereits zuvor komponierten Werken wieder, wie er es auch bei seinem Weihnachtsoratorium gemacht hat. Es kommen die Sätze zur Aufführung, die ohne jeden Zweifel Teil der Markus-Passion sind.