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Zusatzkonzert wegen großer Nachfrage
Freitag, 10.November, 20 Uhr
 


G. F. Händel              

Belsazar

eine biblische Oper

Anna Bernacka, Sebastian Stengel, Götz Phillip Körner,
Dietmar Sander, Michael Humann
Hannoversche Hofkapelle
Kantorei Herrenhausen 

Inszenierung: Christoph G. Amrhein
Musikalische Leitung: Martin Ehlbeck 

Karten: 25 € / 18 (15) € / 14 (11) €
Kartenhotline der Herrenhäuser Kirche 0171-1989 829
 

 


 
 Belsazar
 Zur 100-Jahrfeier der Herrenhäuser Kirche
 

 Belsazar
 Inhalt

   Christoph G. Amrhein
 AUGE um AUGE oder eine BACKE nach der
 anderen...

 

Unter der Gesamtleitung von Martin Ehlbeck und unter der Regie des Bonner Regisseurs Christoph G. Amrhein arbeiten bekannte und erfahrene Künstler der hannoverschen Musik- und Theaterszene zusammen mit der Kantorei Herrenhausen, um eine neue Interpretation eines der bedeutenden Oratorien Händels zu realisieren.

Händels Belsazar wird vereinzelt auf die Spielpläne deutscher Opernhäuser gesetzt, jedoch werden die Möglichkeiten, biblische Stoffe wie Belsazar in Sakralräumen zu inszenieren, nur sehr wenig und mit großer Zurückhaltung genutzt. Groß ist die Angst dabei, sich mit Mitteln des Musiktheaters an Kirchen zu „versündigen“. Doch biblische Opern in der Kirche zu inszenieren folgt der Tradition mittelalterlicher Mysterienspiele. Schon damals boten die großen Kirchengewölbe mit Altarräumen, Apsiden, Lettnern und Stufen eine ideale Kulisse für das geistliche Szenario.

Zu stark wirkt außerdem eine Tradition, die die Werke des großen Händel als unantastbare Heiligtümer erscheinen lässt. Eine solche Haltung verkennt aber, dass sich zwischen dem Werk Händels und dem modernen Zuhörer eine Kluft geöffnet hat, die von Händel nie gewollt war. Die spezifische Sprache seiner Werke, die fest in den Denkgewohnheiten seiner Zeit verwurzelt ist und die dem damaligen Hörer geläufig war, ist für den heutigen Konzertbesucher allein durch Hören kaum noch nachvollziehbar. Daher wird das Konzerterlebnis eines Händelschen Oratoriums häufig auf ein ästhetisches Erleben reduziert, das der Vielschichtigkeit des Werkes allein nicht gerecht werden kann.

Das moderne Musiktheater, in dessen spezifischer Form sich die Gestik, die Sprache des Körpers und der Bilder zu Musik und Wort gesellen, bietet die Möglichkeit, die auch heute noch gültigen Aussagen der großen Werke Händels in ihrer Komplexität dem modernen Menschen über Jahrhunderte hinweg nahe zu bringen. 

Belsazar gehört zu den dramatischsten Oratorien, die Händel je geschrieben hat. Die einzelnen Szenen sind voller Spannung, das Libretto von Charles Jennens - der auch das Textbuch zu Händels Messias geschrieben hat – ist glänzend gebaut. Auf die dramatische Anlage des Oratoriums verweisen im Libretto auch zahlreiche Szenenanweisungen, die als Regieanweisungen verstanden werden können. 

In der Herrenhäuser Kirche wird im Altarraum eine Bühne errichtet, die den Zuschauern gutes Sehen ermöglicht. Auf der Bühne agieren neben einigen Statisten die folgenden Figuren: Belsazar, Nitocris, Daniel, Gobrias und Cyrus sowie die zwei Chorgruppen der Juden und der Babylonier. Das sind etwa 80 Personen. Vor der Bühne entsteht ein Platz für das Orchester. Es wird eine spezielle Beleuchtungsanlage eingerichtet, unter anderem soll die Szenerie auch über starke Scheinwerfer erleuchtet werden, die außerhalb der Kirche vor dem großen Altarfenster installiert werden. Die Herrenhäuser Kirche selbst, die gerade einhundert Jahre alt wird, wird selbst mit ihren Einrichtungsgegenständen Teil der Handlung sein.